Geschichte des Gappenacher Karnevals
Geschichte des Gappenacher Karneval
Alles begann mit der Gründung der Kolpingsfamilie Gappenach, die auf Initiative von Lehrer Erwin Bergsträsser 1959 gegründet wurde.
Es war im Jahre 1960, als einige Kolpingbrüder im Gappenacher Backes die erste Karnevalsfeier veranstaltet haben. Dies sollte der Beginn einer tollen karnevalistischen Bewegung im ganzen Ort werden.
Sehr schnell begann man zu überlegen, ob es nicht möglich wäre einmal eine öffentliche Karnevalsveranstaltung, zu der die ganze Gappenacher Bevölkerung eingeladen würde, auf die Beine zu stellen. So wurde dann unter dem Motto: “Gappenach singt und lacht”, erstmals 1962 eine öffentliche Karnevalssitzung durchgeführt. Das ganze Dorf strömte herbei und alle waren begeistert als Walter Probstfeld im Gasthaus Einig die Kappensitzung eröffnete.
Schon in der Session 1964 konnte Gappenach den ersten Karnevalsprinzen präsentieren.
In jenem Jahr versteigerte der amtierende Prinz Leo I. während der Karnevalssitzung ein lebendiges Ferkel.
Während der Versteigerung fragte sich ein Gast der Sitzung, wo dieses Ferkel wohl herkomme.
Unbemerkt von den anderen Gästen schlich sich der Vater des Prinzen nach Hause in den Stall, und zählte die Ferkel des letzten Wurfs nach.
Dann mischte er sich wieder unter die Narren und ließ sich nicht anmerken , das das versteigerte Schwein aus seinem Stall ohne ihn zu fragen entwendet wurde.
Der Prinz musste dann später zum Rapport bei Hörsch’e Phillipp antreten, doch dieser konnte auch Spass verstehen.
Dies war nicht das einzig besondere Ereignis dieses Abends: Die Karnevalssitzung in Gappenach wurde ausschnittsweise im Regionalfernsehen des Südwestfunks übertragen.
Die jährlichen Fastnachtsveranstaltungen wurden bis 1968 im Gasthaus Einig durchgeführt. Ab dem darauffolgenden Jahr wurden die Narhalla ins Schulhaus, in dem damals noch zwei Jahre lang der Schulbetrieb stattfand, verlegt.
Als Anfang der 70er Jahre die karnevalistischen Aktivitäten seitens der Kolpingsfamilie für kurze Zeit ruhten, begann die Ära des “Frauenkaffee`s” der neugegründeten Kath. Frauengemeinschaft Gappenach.
Unvergessen sind die närrischen Nachmittagsveranstaltungen bei Kaffee, Kuchen, einer Verlosung und einem Spitzenprogramm mit Vorträgen, Gesang und Tänzen, die den Gästen stets Kurzweil und Frohsinn bescherten.
Nachdem die Fastnachtsaktiviäten so guten Anklang fanden, entschloss man sich erstmals 1978 die Abendveranstaltung in Kooperation zwischen Kolping und KfG durchzuführen.
Als die Alte Schule im darauffolgenden Jahr zum Gemeindehaus
umgebaut und erweitert wurde, hatten die Gappenacher Jecken optimale Räumlichkeiten um Karneval zu feiern.
1982 übernahm Heinz Trapp die Rolle des Sitzungspräsidenten von Walter Probstfeld, der diese Rolle über 20 Jahre ausfüllte.
In den 80er Jahren wurde unter dem Motto “Rabatz in Gappenach” der erste große Generationswechsel unter den Gappenacher Jecken vollzogen.
Nach der karnevalistischen Zwangspause 1991, bedingt durch den Golf-Krieg,
führte 1992 nochmals Walter Probstfeld durchs Programm.
In den weiteren Jahren gestaltete sich das karnevalistische Treiben schwierig, da sich kaum einer fand, der den Sitzungskarneval organisierte. Während 1993 und 1996 auf Maskenbälle gesetzt wurde, leitete Christa Wierschem-Puth im Jahr 1994 und Stefan Hörsch 1995 die Sitzungen.
Hier ist besonders zu erwähnen, dass in den Zeiten (1997/1998), wo die Karnevalsveranstaltungen seitens der Kolpingfamilie einzuschlafen drohten, die Kath. Frauengemeinschaft den karnevalistischen Nachmittag (Frauenkaffee) reaktivierte, den sie schon von 1973 bis 1990 erfolgreich durchgeführt hatten..
Dadurch wurde der Fortbestand des Gappenacher Karnevals gesichert.
Mit dem Jahr 1999 begann eine neue Epoche im Gappenacher Sitzungskarneval.
In Kooperation der beiden Vereine wurde eine Mammutveranstaltung auf die Beine gestellt. Angefangen um 14:11 Uhr mit einem karnevalistischen Nachmittag, dem sich nach einer kurzen Pause um 20:11 Uhr nochmals eine komplette Kappensitzung anschloss!
Dies wurde von vielen Gappenachern zum Anlaß genommen, sich (wieder) in der Fasenacht zu engagieren.
Hierbei sind unter anderem die Gappenacher Dorfsänger (18 gestandene Männer), das Männerballett und die jungen Gappenacher Frauen zu erwähnen, die für einen wahren Boom im hiesigen Karneval sorgen.
So betreten bei der großen Gemeinschaftssitzung bis zu 65 Gappenacher die Narrenbühne für ihre Darbietungen und bringen den Saal zum Kochen.
Für viel Aufregung sorgte 1999 der Auftritt des Männerballetts, als nach einer akrobatischen Einlage der Bühnenboden nachgab und zerbrach.
Auch am Veilchendienstag steht das närrische Treiben hoch im Kurs . So organisierte die Kath. Frauengemeinschaft über Jahre die Kinderbelustigung, gelegentliche Umzüge und das traditionelle Heringsessen
2003 entschloss man sich zur Jugendförderung einen Kinderkarneval ins Leben zu rufen. Das Programm wird von den Kindern und Jugendlichen des Ortes größtenteils selbst organisiert und gestaltet.
Auch am Veilchendienstag steht das närrische Treiben in Gappenach hoch im Kurs. So organisierte die Kath. Frauengemeinschaft über Jahre die Kinderbelustigung, gelegentliche Umzüge und das traditionelle Heringessen.